Strategien


Randstad-CIO Priebs

Wenn der Chatbot Bewerber interviewt

Wolfgang Herrmann ist Editorial Manager CIO Magazin bei IDG Business Media. Zuvor war er unter anderem Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO und Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel.
Der Personaldienstleister Randstad bekommt den Fachkräftemangel zu spüren. CIO und CDO Carsten Priebs hält mit einer konsequenten Kundenorientierung und technischen Innovationen dagegen. Startups aus der HR-Szene helfen dabei.
Carsten Priebs, CIO von Randstad Deutschland: "Wir wollen aus Daten entscheidungsrelevante Informationen generieren und in fast allen Bereichen künstliche Intelligenz einsetzen."
Carsten Priebs, CIO von Randstad Deutschland: "Wir wollen aus Daten entscheidungsrelevante Informationen generieren und in fast allen Bereichen künstliche Intelligenz einsetzen."
Foto: Randstad Deutschland

"Zeitarbeit bleibt auch in Zeiten der DigitalisierungDigitalisierung ein People Business", sagt Carsten PriebsCarsten Priebs, seit Juli 2018 CIO und CDO von RandstadRandstad Deutschland. Die Unternehmensstrategie des Personaldienstleisters heißt folgerichtig "Tech & Touch". Der Kunstbegriff steht für Technologie und Human Touch. Randstad will demnach zwar konsequent moderne Technologie nutzen. Allerdings nur dann, wenn sie helfe, "Kunden und Kandidaten besser zu verstehen und mehr Freiraum für den persönlichen Kontakt zu Kunden, Bewerbern und Mitarbeitern zu schaffen." Top-500-Firmenprofil für Randstad Profil von Carsten Priebs im CIO-Netzwerk Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

"Tech & Touch" ist laut Priebs keine rein digitale Strategie. Vielmehr reagiere Randstad damit auf grundlegende Veränderungen in der Personalbranche: "Wir sehen einen kompletten Wandel vom Arbeitgebermarkt zum Kandidatenmarkt". Grund dafür sei vor allem der FachkräftemangelFachkräftemangel, der auch auf den Sektor Zeitarbeit und Personalvermittlung durchschlage. Priebs: "Kandidaten sind rar und können häufig unter mehreren Job­angeboten auswählen." In diesem Umfeld müsse Randstad neue Wege finden, sich im Wettbewerb zu differenzieren. Alles zu Fachkräftemangel auf CIO.de

Unternehmensstrategie "Tech & Touch"

"Wir haben uns gefragt: Wo wollen wir in drei bis fünf Jahren stehen?", berichtet der gelernte Wirtschafts­­­in­genieur. Die Antwort lautete zunächst: "Wir wollen Kandidaten und Kunden begeistern." Das klingt nach den üblichen Marketing-Slogans, doch Priebs beschreibt auch den Weg dorthin: "Wir brauchen dazu eine nahtlose Integration der IT-Systeme und eine einheitliche Nutzererfahrung über alle Kanäle. Wir wollen aus Daten entscheidungsrelevante Informationen generieren und in fast allen Bereichen künstliche Intelligenzkünstliche Intelligenz einsetzen." Alles zu Künstliche Intelligenz auf CIO.de

Langfristig wolle sich Randstad zu einem lebenslangen "Trusted Advisor" für Bewerber aller Altersklassen und Qualifikationen entwickeln. Eines nicht allzu fernen Tages könnte sich etwa der "Randstad-Bot" unaufgefordert auf dem mobilen Endgerät eines Kandidaten melden: "In Ihrer neuen Lebensphase und aufgrund Ihrer Qualifikationen schlage ich Ihnen folgende Stelle vor…".

Ein wichtiges Ziel der "Tech-&-Touch"-Strategie ist, den Arbeitsaufwand der Consultants zu reduzieren, die im Kerngeschäft von Randstad eine zentrale Rolle spielen. "Die Arbeit unserer Kollegen in den Niederlassungen ändert sich rapide", so Priebs. Es gebe komplexere Aufgaben, neue Prozesse und Tools müssten eingeführt werden, und auch der Kontakt zu Kunden und Kandidaten laufe anders. Die Consultants rekrutierten neue Mitarbeiter, akquirierten Kunden und müssten gerade in Zeiten des Fachkräftemangels in einen permanenten Dialog mit Bewerbern treten. Zugleich nähmen sie auch die Rolle von Führungskräften ein.

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