IT-Mitarbeiter genau einsetzen

Wie sich eine genaue Skill-Planung umsetzen lässt

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Durch den Fachkräftemangel im IT-Umfeld wird ein zusätzliches Problem offensichtlich, und dieser Herausforderung müssen sich alle Firmen stellen: Woher wissen sie eigentlich, wen sie brauchen – und wann? Und wo? Eine geschickte software- gestützte Skillplanung kann da weiterhelfen.

Eine Möglichkeit, Projekte im Unternehmen aussagefähiger zu machen, ist die Berücksichtigung der Fähigkeiten eines jeden einzelnen Mitarbeiters im Planungsprozess. Dieser hat das Ziel, "dass ein Arbeitgeber künftig die bestmöglich qualifizierten Mitarbeiter zum vorgesehenen Zeitpunkt in ausgewählten Vorhaben einsetzt". So formuliert es Thomas Schlereth, der sich mit seiner Münchner Firma can do genau auf dieses Thema der Skill- und Ressourcenplanung spezialisiert hat.

Um Projekte im Unternehmen aussagefähiger zu machen, können Arbeitgeber die Fähigkeiten eines jeden Mitarbeiters im Planungsprozess berücksichtigen.
Um Projekte im Unternehmen aussagefähiger zu machen, können Arbeitgeber die Fähigkeiten eines jeden Mitarbeiters im Planungsprozess berücksichtigen.
Foto: SFIO CRACHO - shutterstock.com

Um dieses Ziel zu erreichen, muss ein Arbeitgeber bei der Skill-Planung die zeitlichen Verfügbarkeiten bezogen auf die gesamte Organisation von vornherein bedenken. Dafür empfiehlt sich laut Schlereth eine Mitarbeiterplanung aus der 360-Grad-Perspektive, die geplante und ungeplante Abwesenheiten genauso berücksichtigt wie individuell für ein Projekt zusammengestellte SkillsSkills. Diese Kapazitätsplanung sei wesentlich exakter als eine auf den Mitarbeiter oder die bloße Abteilungszugehörigkeit bezogene Planung. Denn so sei bei der Erledigung der Aufgaben niemand mehr über- oder unterfordert, weil immer die richtigen Mitarbeiter im Einsatz sind. Alles zu Skills auf CIO.de

Welche Fähigkeiten werden wann und wo gebraucht?

Doch woher wissen Unternehmen, welche Fähigkeiten wann und vor allem an welchem Standort wo gebraucht werden - und wo sie nicht gebraucht werden? Um von der Kenntnis um die im Unternehmen vorhandenen Skills in der Praxis zu profitieren und die Organisation besser zu steuern, ist Vorarbeit erforderlich.

Zunächst sind die vorhandenen Fähigkeiten an zentraler Stelle in einer sogenannten Skill-Bibliothek zu erfassen und verwalten. Diese dient als Datenpool, um geeignete Mitarbeiter zu finden, und soll auf Knopfdruck Aussagen zum Skill-Bestand, Skill-Bedarf und möglichen Qualifizierungslücken liefern. Anhand dieser Informationen gewinnt das Management Einblick in die aktuell vorhandenen, aber auch in zukünftig benötigte Fähigkeiten der Mitarbeiter.

Thomas Schlereth ist Geschäftsführer von can do. Das Unternehmen ist auf Skill- und Ressourcenplanung spezialisiert.
Thomas Schlereth ist Geschäftsführer von can do. Das Unternehmen ist auf Skill- und Ressourcenplanung spezialisiert.
Foto: Can Do GmbH

"Vor allem für etablierte Unternehmen bedeutet diese Entwicklung große Umwälzungen", weiß Schlereth. Planungsstrategien sollten diesen Veränderungen Rechnung tragen und die Mitarbeiter idealerweise von vornherein in den Wandel einbeziehen. Die verknüpfte Darstellung von Skills und kombinierten Skills sowie der zeitlichen Verfügbarkeit jedes Einzelnen gibt einer Organisation ein realistisches Bild dessen, was sie tatsächlich leisten kann. Gleichzeitig werden Bedarfslücken aufgedeckt.

Mit diesem Wissen könne das Unternehmen einem zu erwartenden Fachkräftemangel rechtzeitig entgegenwirken und die Mitarbeiter im Rahmen seiner Personalplanung an zukünftigen Anforderungen orientiert fortbilden. Sollten mehr Mitarbeiter erforderlich sein, kann eine Firma diese bedarfsbezogen einstellen. Unternehmen wissen so, wen sie wann brauchen.

Auch die Mitarbeiter profitieren

Mitarbeiter profitieren ebenfalls von diesem System: Sie sehen, welche ihrer Skills im Unternehmen langfristig gefragt sind, können über Weiterbildungen diese Fähigkeiten erwerben und ihren Karriereweg besser planen. Von seinen ersten Erfahrungen mit der skillbasierten Ressourcenplanung berichtet Josef Marchner, CIO des Selbstklebespezialisten HERMA: "Durch die gleichzeitige Berücksichtigung von Skills bei der Kapazitätsplanung können wir unsere Servicequalität weiter verbessern und arbeiten produktiver."

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