Strategien


Paul Hartmann AG

Der CIO treibt den digitalen Wandel voran

Wolfgang Herrmann ist Editorial Manager CIO Magazin bei IDG Business Media. Zuvor war er unter anderem Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO und Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel.
Digitale Produkte: Die Hartmann Gruppe entwickelt eine KI-basierte Software zur Früherkennung und Prävention von Infektionen in Krankenhäusern.
Digitale Produkte: Die Hartmann Gruppe entwickelt eine KI-basierte Software zur Früherkennung und Prävention von Infektionen in Krankenhäusern.
Foto: Gorodenkoff - shutterstock.com

Erfolgskritisch auf dem Weg der digitalen Transformation sind für Omerhodzic zwei neue Rollen, die er innerhalb der IT etabliert hat. Zum einen soll ein "Technology Leader Market" künftig Vertriebskollegen zum Kunden begleiten, Probleme identifizieren und technische Lösungen vorschlagen. Daneben gibt es den "Technology Leader Scout", der sich darauf konzentriert, technische Trends im Markt zu identifizieren und zu bewerten.

Wo die Reise hingeht, zeigt die Digital Hartmann Healthcare Platform (DHHP). Sie soll künftig sämtliche Services für Kunden digital zusammenfassen. Zu den Kunden gehören neben Krankenhäusern und Pflegeheimen auch Apotheken und Patienten. Technisch basiert die Cloud-gestützte Plattform auf Microsoft Azure. Erste Apps auf DHHP hat Hartmann im November live gestellt, weitere sollen 2020 folgen.

Investiert hat Omerhodzic auch in das Thema Secu­ritySecu­rity. Die Position des Chief Security Officer wurde mit zusätzlichem Personal verstärkt. Mit einem neu konzipierten Security Framework will Hartmann zudem die immer noch fragmentierte Applikations- und Infrastrukturlandschaft schützen. Dabei kommen auch externe Dienstleister zum Einsatz, die testweise Angriffe gegen die Architektur fahren. Alles zu Security auf CIO.de

Auf der Agenda des CIO steht zudem die anspruchsvolle Aufgabe, die IT vom Kostenblock zu einem Profit- Center weiterzuentwickeln. Omerhodzic: "Wir brauchen dazu unter anderem geeignete Charging-Systeme." Zu berücksichtigen seien nicht nur Kosten, sondern auch die Umsatzeffekte von IT-Initiativen.

Good IT versus Bad IT?

Eine IT der zwei Geschwindigkeiten, wie sie Gartner einst mit dem Konzept der Bimodal IT beschrieben hat, hält Omerhodzic für den falschen Weg: "Eine Trennung in Good IT und Bad IT ist kontraproduktiv und führt nur zu internen Konkurrenzkämpfen."

Am Ende müssten alle IT-Mitarbeiter die zwei grundlegenden Methoden zum Umsetzen von IT-Projekten beherrschen: konservativ, etwa nach dem Wasserfallmodell, oder progressiv mit Hilfe agiler Methoden. Entschieden werde dabei stets projektspezifisch: "Ist ein Projekt klar umrissen, bietet sich womöglich eine klassische Herangehensweise an. Bei neuen Themen mit vielen Unbekannten eignen sich agileagile Methoden besser." Wichtig sei, dass sämtliche Mitarbeiter sich weiterentwickelten und neue Methoden kennenlernten, ohne die herkömmlichen Arbeitsweisen als minderwertig anzusehen. Alles zu Agile auf CIO.de

Change-Programm für die IT

Last, but not least gehört zum digitalen Umbau auch ein Change-Programm für die IT, das der CIO aufgesetzt hat. "Es geht darum, das richtige Mindset zu kreieren, den Mitarbeitern Tools und Methoden an die Hand zu geben und von Best Practices aus anderen Bereichen zu lernen", beschreibt er die Schwerpunkte. Dafür habe man auch zusätzliche Experten eingestellt.

In einem Unternehmen, das seit 200 Jahren mit starken Marken erfolgreich ist, spiele die Haltung der Mitarbeiter eine besondere Rolle, so Omerhodzic: "Wenn einer um die Ecke kommt und sagt, ab sofort machen wir alles anders, kann das schon zu Spannungen führen." Mitarbeiter von außen könnten helfen, eine neue Kultur ins Unternehmen zu tragen. Um schneller Fachkräfte zu gewinnen, plant Hartmann unter anderem Digital Hubs an internationalen Standorten, beispielsweise in Spanien und Tschechien.

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