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Prognose für 2019

Software- und IT-Services-Markt wächst um fünf Prozent

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Der Markt für Software und IT-Services wird dieses Jahr in Deutschland mit einem Plus von knapp fünf Prozent leicht unter dem bisherigen Wachstum bleiben. Das berichtet die Teknowlogy Group (vormals Ardour Consulting, BARC, CXP und PAC).
  • 35 Prozent des Projektgeschäfts (Consulting und Systemintegration) entfallen auf die Industrie, insbesondere auf Automobilbauer
  • Wichtigste Vendoren sind Salesforce, SAP und Microsoft (SaaS) sowie Amazon Web Services (AWS), Microsoft und Google (IaaS/PaaS)
  • Investitionen in neue Systeme, die auf eine hypothetische Umsatzsteigerung abzielen oder neue Geschäftsmodelle ermöglichen sollen, werden in Frage gestellt oder vertagt

Software as a Service (SaaSSaaS), Infrastructure as a Service (IaaS) und Platform as a Service (PaaS) sorgen 2019 weiterhin für Wachstum auf dem deutschen Software- und IT-Services-Markt. Mit knapp fünf Prozent wird es aber leicht unter dem jetzigen Niveau bleiben. Das erwarten die Analysten der Teknowlogy Group, zu der sich Ardour Consulting, BARC, CXP und PAC zusammengeschlossen haben. Als wichtigste Anbieter gelten Salesforce, SAPSAP und MicrosoftMicrosoft (SaaS) sowie AmazonAmazon Web Services (AWS), Microsoft und GoogleGoogle (IaaS/PaaS). Alles zu Amazon auf CIO.de Alles zu Google auf CIO.de Alles zu Microsoft auf CIO.de Alles zu SaaS auf CIO.de Alles zu SAP auf CIO.de

Ein Rückblick auf den deutschen IT-Markt zeigt, wie die Zahlen 2008 und 2009 infolge der globalen Finanzkrise eingebrochen sind.
Ein Rückblick auf den deutschen IT-Markt zeigt, wie die Zahlen 2008 und 2009 infolge der globalen Finanzkrise eingebrochen sind.
Foto: Teknowlogy

Ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt Folgendes:

In Deutschland ist der Industriesektor ein besonders starker Nachfrager, ein gutes Drittel des Projektgeschäfts entfällt auf Industriebetriebe, insbesondere auf Automobilbauer. Projektgeschäft heißt hier Consulting und Systemintegration. Nachdem dieser Teilmarkt zwei Jahre hintereinander um sechs Prozent gewachsen war, rechnet die Teknowlogy Group für 2019 nur noch mit einem Plus von drei Prozent. Werden die anderen Branchen hinzugerechnet, dürfte das Projektgeschäft ein Plus von vier Prozent erreichen.

Die Analysten sehen im Bauwesen, bei Dienstleistungen und vor allem in der öffentlichen Hand Wachstumsimpulse. Das Transportwesen wird sich dagegen schlechter entwickeln. Unabhängig von den Branchen beobachtet die Teknowlogy Group "sehr begrenztes" Wachstum bei Application Management und Infrastructure OutsourcingOutsourcing. Hier wirkten sich Automatisierung, Offshore-DiensteOffshore-Dienste und die "Cloudisierung" besonders negativ auf das Bestandsgeschäft aus, so die Analysten. Alles zu Offshore auf CIO.de Alles zu Outsourcing auf CIO.de

Brexit und Handelsstreit wirken sich aus

Für 2019 gilt, dass viele Budgets gegenüber dem Vorjahr "unter deutlich schlechteren Bedingungen festgelegt und teilweise bereits angepasst worden sind". Die Teknowlogy Group sieht das in politisch-ökonomischen Faktoren begründet. So reagiere die stark exportorientierte deutsche Industrie unsicher auf den Brexit und die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China sowie zwischen den USA und der EU. In der Automobilbranche kommt die Umstellung auf den Standard WLTP hinzu. Das Kürzel steht für Worldwide harmonized light vehicles test procedure und ist ein neues Messverfahren zur Bestimmung der Abgasemissionen und des Kraftstoff-/Stromverbrauchs von Kraftfahrzeugen.

Ein Blick auf die Branchen zeigt Manufacturing klar vorn.
Ein Blick auf die Branchen zeigt Manufacturing klar vorn.
Foto: Teknowlogy Group

Anwender versuchen nun, die Wirtschaftslage für Preisnachverhandlungen zu nutzen, beobachten die Analysten. Allerdings blieben sie bisher ohne Erfolg. Zudem überdenken viele Unternehmen geplante Projekte nochmals und bewerten sie neu. Davon ausgenommen sind aber Projekte, die auf mehr Effizienz und weniger Kosten abzielen, wie etwa unternehmensübergreifende Cloud-Transformationsprojekte.

Die Teknowlogy Group hat sich außerdem die Gründe für neue Investitionen angesehen. Generell sehen sich etablierte Unternehmen gezwungen, auf die "New Economy" mit ihren Initiativen rund um E-Mobility, Car Sharing und Autonomes Fahren zu reagieren. Salopp formuliert: die "Old Economy" weiß, dass sie sich digitalisieren muss. Gleichzeitig betont die Teknowlogy Group, dass "neue Investitionen in neue Funktionalitäten oder sogar neue Systeme, die auf eine hypothetische Umsatzsteigerung abzielen oder neue Geschäftsmodelle ermöglichen sollen, in Frage gestellt oder vertagt" werden, wenn die Wirtschaftlichkeit dieser Investitionen noch bewiesen werden muss.

Für Predictive Maintenance, Vernetzung und KI ist Geld da

Konkret investieren Unternehmen in Lösungen rund um Predictive Maintenance und vernetzte Systeme. Außerdem in Automatisierung, Robotic Process Automation (RPA) und Künstliche IntelligenzKünstliche Intelligenz (KI) sowie in AgileAgile/DevOpsDevOps, APIs, Container und Microservices. Weiter sprechen die Analysten von einer Neubelebung von Custom Software Development, was sie in der Verbreitung von PaaS-Plattformen begründet sehen. Und: Entscheider können sich die Investitionen in Cybersecurity nicht sparen. Alles zu Agile auf CIO.de Alles zu DevOps auf CIO.de Alles zu Künstliche Intelligenz auf CIO.de

Letzten Endes profitieren die Anbieter vom Fachkräftemangel. "Die meisten Unternehmen, und vor allem die Behörden, schaffen es nicht, eigene Ressourcen für ihre Transformationsvorhaben einzustellen und sind darauf angewiesen, stärker mit IT-Services-Anbietern zusammenzuarbeiten, sowohl durch die Vergabe von Projekten, Managed-Services- und Outsourcing-Verträgen als auch durch klassisches Body Shopping", erklären die Analysten.

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