Strategien


CIO Ingo Wolf

Wie Rödl & Partner sich auf Corona einstellt

Wolfgang Herrmann ist Editorial Manager CIO Magazin bei IDG Business Media. Zuvor war er unter anderem Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO und Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel.
Rödl & Partner hat seine ITK-Infrastruktur umfassend modernisiert und harmonisiert. Das hilft dem Beratungsunternehmen auch in Krisenzeiten.

"Stellen Sie sich folgendes Szenario vor", sagt Ingo Wolf, Chief Information Officer der Rödl & Partner Gruppe: "Ihr Unternehmen hat 110 Niederlassungen in 51 Ländern. Die rund 5.000 Beschäftigten arbeiten in hochregulierten Branchen. Es sind moderne Wissensarbeiter, Menschen, die vom schnellen Zugriff auf Informationen ebenso abhängig sind wie von der persönlichen Kommunikation mit den Mandanten." Nun komme es zu einer Pandemie mit schwersten Folgen weltweit. Nicht nur das eigene Unternehmen sei betroffen, sondern alle Mandanten und Geschäftspartner, beruflich wie privat. Wolf: "Über Nacht müssen alle ins Homeoffice, die 'normalen' Abläufe im Büro sind Vergangenheit, buchstäblich nichts ist wie es war."

Ingo Wolf, CIO von Rödl & Partner: "Unser Ziel ist es, die Anzahl der Applikationen massiv zu reduzieren."
Ingo Wolf, CIO von Rödl & Partner: "Unser Ziel ist es, die Anzahl der Applikationen massiv zu reduzieren."
Foto: Roedl & Partner

Dieses Szenario ist heute Realität und stellt das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Rödl & Partner vor extreme Herausforderungen. "Gerade in Krisenzeiten erwarten unsere Mandanten einen leistungsfähigen Berater", so der CIO. "Abstriche bezüglich Sicherheit und Verfügbarkeit werden nicht akzeptiert."

Private Cloud als Basis

Die Qualität der IT-Infrastruktur und des Teams entscheidet nach Ansicht von Ingo Wolf darüber, wie gut der Übergang zu Arbeitsmethoden wie Homeoffice und Remote Work gelingt. Der interne Dienstleister Rödl Global Digital Services hat dazu in den vergangenen Jahren eine Hybrid-CloudHybrid-Cloud-Infrastruktur eingerichtet. Die Basis bildet die Rödl Private Cloud mit mehreren weltweit verteilten Rechenzentren. Wolf spricht von einer "hochintegrierten, bimodalen Infrastruktur und Delivery-Plattform". Deren Aufgabe sei es, die Arbeitsfähigkeit aller Mitarbeiter weltweit ohne Einschränkungen sicherzustellen: "Sämtliche wertschöpfenden und kommunikationsrelevanten Applikationen müssen für alle Nutzer rund um die Uhr und ortsunabhängig erreichbar sein." Alles zu Cloud Computing auf CIO.de

Den Aufbau der Private Coud organisierte Rödl & Partner im Rahmen des internationalen Projekts "Global Office". Dessen Ziel ist die Harmonisierung der IT- und Kommunikationsinfrastruktur sämtlicher Niederlassungen innerhalb von fünf Jahren. Im ersten Schritt wurden alle lokalen Server-Systeme und Applikationen im Lift-and-Shift-Verfahren in die zentralen Data CenterData Center migriert. Die zahlreichen Active Directories führte das Team in einem System zusammen, Netzwerkkomponenten wurden auf Fernwartung umgestellt. Um die IT weiter zu vereinheitlichen, setzt CIO Wolf auf nur noch einen einzigen Lieferanten von Notebooks und Desktop. Netze und Leitungen ließ er hinsichtlich Ausfallsicherheit, Bandbreite und Kosten optimieren. Darüber hinaus implementierte die IT einen internationalen Admin-Service. Alles zu Rechenzentrum auf CIO.de

Weniger Applikationen

Im zweiten Schritt beschäftigte sich der CIO mit der heterogenen Anwendungslandschaft: "Unser Ziel ist es, die Anzahl der Applikationen massiv zu reduzieren." Zugleich arbeite man mit Hilfe des Microsoft Identity Managements an dem Modell "One User - One Account - One Identity". Alle Applikationen sollen dabei in einen einheitlichen Single-Sign-on-Prozess überführt werden. Wolf: "Das hilft uns vor allem bei der Integration neuer Mitarbeiter oder wenn welche das Unternehmen verlassen. Gleichzeitig verstärkte Rödl & Partner auch die IT-Sicherheit. Dazu gehört laut dem IT-Chef eine starke CISO-Organisation mit einem ausgeprägten Security Incident Event Management System.

Die unternehmensweite Modernisierung und Harmonisierung der IT- und Kommunikationsinfrastruktur habe die Ausfallsicherheit und Skalierbarkeit verbessert, so der IT-Chef: "Mandanten weltweit können sich auf höchste Sicherheitsstandards verlassen. Mitarbeiter agieren in einer stabilen IT-Umgebung, die Ausfallzeiten vermeidet und für Geschäftskontinuität sorgt - aktuell ein unbezahlbares Asset."

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