Work Futurist Dominic Price

5 Tipps für Manager für die Zeit nach Corona

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Dominic Price, Work Futurist bei Atlassian, hat einige Lehren aus der Corona-Zeit gezogen und einige Empfehlungen für andere Manager.
Dom Price hat seine Erfahrungen im Umgang mit Mitarbeitern in der Pandemie notiert.
Dom Price hat seine Erfahrungen im Umgang mit Mitarbeitern in der Pandemie notiert.
Foto: Atlassian

1. Die Stechuhr muss weg
Seit einigen Monaten durchleben wir eine Art Experiment, dessen Ergebnis mittlerweile eindeutig ist: Beinahe jeder Wissensarbeiter kann erfolgreich von zuhause ausarbeiten. Dafür braucht es zum einen das richtige Konzept, mit dem sich Arbeit und Familie beziehungsweise Kinder in ein ausgewogenes Gleichgewicht bringen lassen. Zum anderen muss ein grundlegender Wandel her, weg von veralteten Arbeitsvorstellungen - sprich: Braucht es wirklich eine geregelte Arbeitszeit von acht bis 16 Uhr?

Da die meisten von uns keine Notfallchirurgen sind, deren persönliches Eintreffen innerhalb kürzester Zeit über den Ausgang seiner ArbeitArbeit entscheidet, können moderne Arbeit und Entscheidungsfindung fast immer asynchron erfolgen. Wir zeichnen beispielsweise alle Meetings und Besprechungen auf und teilen diese Aufzeichnungen mit dem Team - außer natürlich, wenn Themen besprochen werden, die einer gewissen Geheimhaltung unterliegen. Ein solch offener Austausch von Informationen, die Mitarbeiter nach eigenem Ermessen einsehen können, fördert die asynchrone Zusammenarbeit im gesamten Unternehmen. Alles zu Personalführung auf CIO.de

2. Scheu vor digitaler Zusammenarbeit ein No-Go

Geschäfte werden angetrieben von einer reibungslosen Kommunikation. Doch reicht es bei dieser Fülle von Arbeitsabläufen über mehrere Abteilungen und Rollen hinweg schon lange nicht mehr aus, die Planung und Verwaltung unserer Arbeit von Ketten-Mails und beiläufigen Gesprächen in der Küche abhängig zu machen. Daher braucht es moderne Kollaborations-Tools und eine offene Kultur, die Arbeit auf einem hohen Niveau zulässt.

Der spontane Wechsel zu einer vollständig digitalen Arbeitsumgebung durch Covid-19 hat bewiesen, dass sich die meisten Geschäftsprozesse und Workflows einfach und schnell digitalisieren lassen. Technologie wird nicht eingesetzt, um Arbeitsplätze abzuschaffen, sondern um unsere Arbeit zu erleichtern. Doch Unternehmen müssen genauestens evaluieren, welche Kollaborationsplattformen am besten in ihr Arbeitsumfeld passen, um Teams bestmöglich zu unterstützen.

3. Förderung der Mitarbeiterbindung

Obwohl die richtigen technischen Tools wichtig für den reibungslosen Ablauf aller Geschäftsprozesse sind, bilden die Mitarbeiter das Herzstück eines jeden Unternehmens. Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass ihre Belegschaft zufrieden und motiviert ist - vor allem heute, wo viele Mitarbeiter versucht sind, die gesamte Arbeitswoche gemütlich in Jogginghosen zu verbringen. Daran ist nichts auszusetzen, aber das Gefühl von Zusammengehörigkeit und die Motivation können dadurch abhandenkommen.

Wöchentliche oder monatliche kreative Meetings fordern Mitarbeiter dazu auf, ihren Gedanken freien Lauf zu lassen und neue Ideen zu diskutieren. Seitdem beiläufige Gespräche neben der Kaffeemaschine oder beim Mittagessen obsolet geworden sind, ist es wichtig, Diskussionen anzustoßen. Wir lösen das spielerisch: In sogenannten "Sparring"-Sessions bieten sich unsere Mitarbeiter an, auf unterhaltsame Weise einen "Schlagabtausch" mit strukturiertem Feedback von Kollegen und Stakeholdern zu führen.

4. Trotz Entfernung Teil des Ganzen sein

Bei einer Belegschaft, die sich aus In-Office- und Homeoffice-Mitarbeitern zusammensetzt, ist Inklusion von entscheidender Bedeutung. Wenn zum Beispiel fünf Kollegen vom Meeting-Raum im Büro aus an einer Besprechung teilnehmen und sich eine einzige Person von zuhause aus einwählt, dann ist von vornherein klar, wer sich am meisten zurückhalten wird. Daher ist es unerlässlich, die zwischenmenschlichen Interaktionen von Menschen zu fördern, die sich nicht im gleichen Raum befinden.

Wir bestehen deshalb darauf, dass sich alle Teilnehmer im Büro von einem separaten Raum aus in das Online-Meeting einwählen, sobald ein Kollege von zuhause aus teilnimmt. Sie begegnen sich somit auf Augenhöhe, und Kreativität kann sich am besten entfalten, wenn für alle die gleichen Bedingungen herrschen.

5. Remote Work: Eine Sache von allen

Der Physiker Max Planck hat 1950 die Essenz von Transformation besonders gut eingefangen: Sie beginnt nicht damit, dass man allmählich alle Nein-Sager für sich gewinnt, sondern dass Veränderung bereits in dem Moment stattfindet, in dem etwas Neues geschaffen wird, und zwar angetrieben durch die Jugend, die mit diesem Status quo als ihr "neues Normal" aufwachsen wird.

Aus diesem Grund sollten Führungskräfte ihre Mitarbeiter dazu ermutigen, selbst die FührungFührung zu übernehmen. Remote Work und dessen Umsetzung sollte keine Initiative des mittleren Managements sein, sondern der gesamten Belegschaft. Unsere Initiative Team Anywhere ermöglicht es allen Mitarbeitern, von jedem beliebigen Ort aus zu arbeiten. Um eine flexible Arbeitsumgebung zu unterstützen, überlassen wir es ihnen, ob sie von zuhause aus, im Büro oder gar im Zug arbeiten möchten - an einem Ort, an dem sie produktiv sind. Alles zu Führung auf CIO.de

Menschen sind außerordentlich anpassungsfähig: Wir haben gerade erst einige Monate Remote Work hinter uns und trotzdem haben wir grundlegende Veränderungen durchgemacht, wie wir Geschäfte betreiben. Remote Work ist das Modell der Zukunft und wird sich für viele Unternehmen auf lange Sicht bezahlt machen.

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