Strategien


6 Ratschläge

Warum die cross-funktionale Roadmap ein CIO-Job ist

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Carol Juel ist CIO und gleichzeitig Executive Vice President beim Finanzdienstleister Synchrony Financial. Damit liefert sie ein Beispiel für eine IT-Entscheiderin, die im hohen Maß Business-Verantwortung trägt. Sechs Tipps aus der Praxis.
  • Laut "2019 State of the CIO Survey" übernehmen 81 Prozent der knapp 700 befragten IT-Entscheider immer mehr Verantwortlichkeiten
  • Teil der neuen Rolle ist es, die Datenhoheit aufzugeben
  • CIOs müssen wissen, wie die Branche tickt, in der ihr Unternehmen tätig ist
CIOs müssen ungewöhnliche Schritte wagen.
CIOs müssen ungewöhnliche Schritte wagen.
Foto: alphaspirit - shutterstock.com

Mit der DigitalisierungDigitalisierung übernehmen CIOs mehr Business-Verantwortung - diese These illustriert das Beispiel von Carol Juel. Sie ist CIO beim Finanzdienstleister Synchrony Financial und fungiert gleichzeitig als Executive Vice President (EVP). Ihre Rolle bestehe darin, "innerhalb der Unternehmensleitung Beziehungen voranzutreiben, damit jeder das Potenzial von Technologie erkennt", sagt Juel. Damit verkörpert sie das Selbstverständnis der Zukunft. Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

In der "2019 State of the CIO Survey" erklären 81 Prozent der knapp 700 befragten IT-Entscheider, dass ihre Rolle immer mehr Verantwortlichkeiten umfasst. Insgesamt 67 Prozent erklären, sie seien stärker als Business-Stratege gefragt. Meredith Whalen, Chief Research Officer beim Analystenhaus IDC, sieht darin eine große Chance für CIOs. "Viele Unternehmen haben zwar eine Digitalisierungsstrategie, ihnen fehlt aber eine cross-funktionale Roadmap", sagt sie. In solchen Fällen setzen beispielsweise die Sales-Abteilung oder das Marketing-Team jeweils eigene StrategienStrategien um. Unternehmen brauchen aber ein firmenweites Vorgehen, so Whalen. Alles zu Strategien auf CIO.de

Aus Gesprächen mit Branchen-Insidern kristallisieren sich folgende sechs Tipps heraus:

1. Zum Partner des Business werden: Wie Whalen beobachtet, beschränken sich viele CIOs bei ihren Kontakten innerhalb des Unternehmens derzeit noch zu stark auf einzelne Abteilungen wie beispielsweise das Marketing. Konkret rät sie, Partnerschaften zu Kundenservices, Sales und AnalyticsAnalytics aufzubauen. Alles zu Analytics auf CIO.de

Keine "Mauern rund um die Daten" mehr

2. Die Datenhoheit aufgeben: Cynthia Stoddard ist Senior Vice President und CIO bei Adobe. Sie fordert ihre Kollegen auf, nicht länger die Hoheit über alle Daten im Unternehmen zu beanspruchen. Die bisherige Praxis, den Zugriff zentral durch die IT zu regeln, hält sie für nicht mehr zeitgemäß. Solche "Mauern rund um die Daten" will Stoddard durch KollaborationKollaboration ersetzen, um die Motivation aller Mitarbeiter zu steigern. Daten müssen entlang der gesamten Customer Journey betrachtet werden. Das allerdings funktioniert nur mit einheitlichen Metriken und einheitlicher Governance. Alles zu Collaboration auf CIO.de

Was uns 2030 erwartet

3. Mit den Endkunden reden: Justin Formella arbeitet als Chief Strategy Officer bei MBX Systems. Er verbringt heute viel Zeit "draußen beim Kunden". Damit ist der Endkunde des Unternehmens gemeint. Mit der inzwischen gewonnenen Erfahrung hat Formella erst kürzlich auch die Verantwortung für das Marketing übernommen.

4. Sich um RecruitingRecruiting kümmern: Den Ruf nach kommunikativen SkillsSkills hören CIOs bereits. Synchrony Financial-CIO Juel beantwortet ihn auch durch ihr Engagement in der HR-Abteilung (Human Resources). Sie unterstützt die Personaler zum Beispiel dabei, Anforderungen in Sachen AgileAgile Methoden und Cloud zu definieren. Derzeit arbeitet sie an der Konzeption von Schulungen mit. Alles zu Agile auf CIO.de Alles zu Recruiting auf CIO.de Alles zu Skills auf CIO.de

Treffen mit der Venture Capital Community

5. Wissen, wie die Märkte ticken: Adobe CIO Stoddard hat sich selbst eine Lernkultur verordnet. Konkreter Zweck: sie will wissen, wie sich die Märkte verändern, welche neuen Technologien aufkommen und was für Startups entstehen. Deshalb trifft sie sich immer häufiger mit Leuten aus der Venture Capital Community.

6. Ungewohnte Wege einschlagen: MBX System-Manager Formella ist den ungewöhnlichen Weg gegangen und hat das Marketing-Ressort mitübernommen. Nach seinen Worten gibt es nur eines, das er im Rückblick ändern würde: diesen Schritt schon fünf Jahre früher tun.

IDC-Analystin Whalen zieht das Fazit: "Die echte Veränderung am Arbeitsplatz geht immer von den Menschen aus." Dabei können CIOs Vorbild sein.

Mit Material vom IDG News Service.

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